Im September 2026 wurde der Auftakt zu einem Dialogprozess mit Bewohner*innen der Winterhalde (Stuttgart-Bad Cannstatt) gegeben. Im Fokus des ersten Treffens standen die Betrachtung der aktuellen Ausgangslage im Quartier sowie die erste Auseinandersetzung mit Wärmeversorgungslösungen und deren Bewertungskriterien für eine zukunftsfähige und klimaneutrale Wärmeversorgung.
Am 17. September 2026 versammelten sich in der Eichendorffschule Bewohner*innen der Winterhalde, um gemeinsam Wege zu einer klimaneutralen und zukunftsfähigen Wärmeversorgung im Quartier (Gebiet nördlich des Ebitzweges) zu erörtern. Die teilnehmenden Personen spiegelten die Vielfalt entscheidungsrelevanter und betroffener Akteure des Quartiers wider: Neben Mieter*innen waren selbstnutzende sowie vermietende Eigentümer*innen von Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern vertreten, ebenso wie Eigentümer*innen aus Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG). Die teilnehmenden Personen repräsentierten die erwartete Heterogenität im Gebäudebestand sowie in der Wärmeversorgung, welche die Grundlage für einen intensiven Austausch bildete.


Herausforderungen im Quartier: Zwischen Einzelentscheidung und Gemeinschaftslösung
In einer ersten Diskussionsrunde wurden die Herausforderungen der zukünftigen Wärmeversorgung aus Sicht der teilnehmenden Personen und in Bezug auf ihr Quartier erarbeitet. Während Mieter*innen insbesondere die Kostenverteilung sowie die Beeinträchtigungen durch Umbaumaßnahmen thematisierten, standen bei den Eigentümer*innen Versorgungsrisiken und politische Unsicherheiten im Vordergrund. Kritisch diskutiert wurden insbesondere die Abhängigkeiten von Wärmenetzbetreibern, die Komplexität der Fördermittellandschaft sowie die rechtlichen und koordinativen Herausforderungen innerhalb von WEGs.


Digitale Unterstützung bei der Auswahl der Wärmeversorgung: Der Entscheidungsbaum
Ein zentrales Element des Workshops war die Anwendung des von DiTEnS entwickelten Entscheidungsbaums. Die teilnehmenden Personen konnten hiermit mögliche Wärmeversorgungslösungen des eigenen Gebäudes einfach identifizieren.Die praktische Nutzung des Entscheidungsbaum lieferte wertvolle Erkenntnisse zu dessen Praxistauglichkeit: Die Teilnehmenden schätzten das Aufzeigen verschiedener Wärmeversorgungslösungen mit nur wenigen Angaben zum eigenen Gebäude, merkten jedoch auch an, dass spezifische Ausgangslagen und Übergangslösungen fehlten. Die Rückmeldungen fließen in die Weiterentwicklung des Entscheidungsbaums und weiterer Dialoginstrumente mit ein, die von DiTEnS entwickelt werden.


Reflexion von Bewertungskriterien
Zum Abschluss des Workshops wurde reflektiert, welche Bewertungskriterien die teilnehmenden Personen bei der Wahl einer zukünftigen Wärmeversorgungslösung zugrunde legen. Neben den Treibhausgasemissionen und den Gesamtkosten wurden insbesondere die Lärmbelastung durch die Wärmeversorgung, deren Flächenbedarf, die Planungssicherheit in der Umsetzung sowie Abhängigkeiten von Energieträgerlieferanten oder Netzbetreibern identifiziert.

Ausblick
Im zweiten Workshop Mitte Oktober wird die Analyse vertieft. Die zuvor ermittelten Wärmeversorgungslösungen werden unter Berücksichtigung der Bewertungskriterien genauer betrachtet. Hierbei kommen ein von DiTEnS entwickelter Wirtschaftlichkeitsrechner sowie eine Virtual-Reality-Umgebung zum Einsatz. Damit sollen zum einen die finanziellen und ökologischen Auswirkungen und zum anderen der Aufwand des Umbauprozesses, der benötige Flächenbedarf sowie ästhetische Auswirkungen bei einer möglichen Umstellung der Wärmeversorgung greifbar gemacht werden.